Sind QR-Codes auf Plakaten sinnvoll oder sollte man lieber eine sprechende URL verwenden? Vor wenigen Wochen starteten wir unsere Umfrage zur Nutzung von QR-Codes, Tiny-URL’s und sprechenden URL’s. Es ging darum herauszufinden welche Interaktionsmöglichkeit bevorzugt wird. Das Ergebnis ist erstaunlich, unter den befragten Nutzern geniessen QR-Codes bereits eine hohe Akzeptanz.

Smartphones auf dem Vormarsch

Das Marktpotential für QR-Codes (Quick-Reponse-Codes) ist bereits jetzt gewaltig. Im Oktober 2012 besaßen 30 Millionen der Deutschen ein Smartphone, das zur Verarbeitung fähig ist.

30 Millionen Deutsche besitzen ein QR-Code fähiges Mobiltelefon. Quelle: comScore MobiLens [1]

30 Millionen Einwohner Deutschlands besitzen ein QR-Code fähiges Mobiltelefon. Quelle: comScore MobiLens [1]

Und die Tendenz ist weiterhin steigend. Fast die Hälfte der aktuell genutzten Mobiltelefone sind Smartphones. Neu verkaufte Mobiltelefone sind bereits zu 75 % Smartphones [1].

Also sollte es an den technischen Voraussetzungen nicht scheitern.

Inzwischen sind fast die Hälfte der Mobiltelefone Smartphones. Tendenz steigend. Quelle: comScore MobiLens [1]

Inzwischen sind fast die Hälfte der Mobiltelefone Smartphones. Tendenz steigend. Quelle: comScore MobiLens [1]

Mit QR-Codes werden vor allem junge Nutzer erreicht

QR-Codes sind vor allem bei jüngeren Bevölkerungsschichten beliebt. Die spielerische Interaktion durch das Abscannen von Alltagsgegenständen haben bereits 27% der 18-34 jährigen einmal genutzt. [2] Ältere Nutzer werden hingegen kaum erreicht. Über alle Altergruppen hinweg haben 14% der deutschen Verbraucher bereits einen QR-Codes gescannt.

Vor allem junge Anwender nutzen QR-Codes. [2]

Vor allem junge Anwender nutzen QR-Codes. [2]

Die UXcite Umfrage

An unserer Umfrage haben 19 Personen zwischen 25 und 50 Jahren teilgenommen. Sie sollten für bestimmte Situationen angeben, ob sie eher einen QR-Code, eine sprechende URL oder eine URL in Kurzform (Tiny-URL) nutzen würden. Unter den befragten Nutzern hatten 84% bereits einmal einen QR-Code gescannt.

Zusammengefasst über alle Nutzungssituation wurde die Bereitstellung eines QR-Codes durchschnittlich von 54% der Nutzer als positiv bewertet, während 38% die QR-Code Nutzung eher ablehnten. Der QR-Code hat Fans, aber er scheint zu polarisieren.

Tiny-URLs wie http://bit.ly/Y1renG wurden im Mittel von 58% der Befragten negativ bewertet. Der Aufwand jeden einzelnen Buchstaben abzutippen ist den Nutzern zu hoch.

Sprechende URL’s wie „www.uxcite.de/web“ waren der Favorit der meisten Nutzer. Sie wurden durchschnittlich von 71% der Befragten positiv bewertet. Denn sie sind einfach zu merken und auch auf dem Smartphone werden sie schnell getippt.

Interaktionsmöglichkeiten mit QR-Codes werden positiv wie negativ bewertet. (UXcite Umfrage, 19 Teilnehmer)

Interaktionsmöglichkeiten mit QR-Codes werden positiv wie negativ bewertet. (UXcite Umfrage, 19 Teilnehmer)

QR-Code Nutzung ist situationsbedingt

Der sinnvolle Einsatz von QR-Codes setzt voraus, dass der Nutzer die Zeit hat den Code mit seinem Smartphone zu fokussieren. Dies ist bei einer TV-Werbung nicht gegeben. Nur 26% der Befragten fänden es hier gut einen QR-Code gezeigt zu bekommen, während 84% eine sprechende URL positiv bewertet haben.

Interessant ist das Ergebnis bei Produkten im Einzelhandel: 68% der Nutzer würden hier gerne einen QR-Code nutzen um weitere Produktinformationen abzurufen. QR-Codes auf einem Werbeplakat wurden im Schnitt von 63% der Anwender gut bewertet.

Nicht jedes Einsatzgebiet ist sinnvoll. In TV-Werbung haben QR-Codes nichts zu suchen. (UXcite Umfrage, 19 Teilnehmer)

Nicht jedes Einsatzgebiet ist sinnvoll. In TV-Werbung haben QR-Codes nichts zu suchen. (UXcite Umfrage, 19 Personen)


Tiny-URLs liegen in der Beliebtheit klar hinter dem QR-Code. Bei einem Brief hätten die Nutzer als Interaktionsmöglichkeit aber lieber eine sprechende URL oder eine Tiny-URL als einen QR-Code. Klar, denn zu Hause möchte man die URL nicht mit dem Smartphone öffnen müssen. Die Nutzung eines größeren Computers ist hier bequemer, erfordert aber auch die Eingabe einer URL.

Unser Fazit

Nicht jede Stelle, die groß genug ist einen QR-Code aufzunehmen, sollte gleich damit zugepflastert werden. Der Einsatz von QR-Codes funktioniert in statischen Situationen wie auf Plakaten oder Produktverpackungen sehr gut. In anderen Situationen ist er hingegen schwer möglich. Es ist offensichtlich, dass TV-Werbung, Autobahnplakate oder fahrende Bussen dem Nutzer nicht genügend Zeit zum Scan eines QR-Codes bieten. Auch eine Tiny-URL mit einer willkürlichen Buchstabenfolge merken sich höchstens Gedächtnisakrobaten und das Abtippen ist mühsam.

Deswegen sollte man QR-Codes und Tiny-URL’s mit Bedacht einsetzen. Für die Personen, die keinen QR-Code nutzen möchten oder können, sollte immer eine Alternative in Form einer sprechenden URL bereitstehen.

Quellen:
[1] comScore MobiLens, zitiert aus „Trends und Entwicklungen in europäischen Mobilmärkten“, comScore webinar, 14. Februar 2013
[2] Pitney Bowes, Whitepaper „Getting ahead of the emerging QR code marketing trend“, 2012