Missverstandene Gegenstände: Voll gegen die Tür gelaufen

Man sollte meinen, dass Nichts einfacher ist als eine Tür zu öffnen: Je nachdem wie die Tür aussieht, drückt oder zieht man, und schon geht die Tür auf. Automatiktüren, die sich von allein öffnen wenn sich jemand nähert, machen die Sache noch einfacher. Denn Drücken oder Ziehen entfallen vollständig. Was aber passiert, wenn mit diesen alt-bekannten Normen gebrochen wird und sich die Tür anders verhält als sie durch ihr Aussehen suggeriert?

Dieses Problem kennen die meisten: manche Türen muss man drücken, manche ziehen und ganz andere öffnen sich wie von Geisterhand. Doch welche Tür verhält sich wie? Der sogenannte Angebotscharakter eines Gegenstands (engl. "Affordance") verrät dem Nutzer normalerweise, was zu tun ist. Doch ausgerechnet bei Türen gibt es dabei eine Vielzahl von Problemen.

Accessibility: Das sieht doch ein Blinder!

Ein Hinweisschild für Blinde

Auf den ersten Blick sieht das aus wie ein Schildbürgerstreich: Die akustische Hilfe an der Ampel ist offensichtlich für Menschen mit Sehbehinderungen eingerichtet – sogar die drei Punkte der Armbinde für Blinde sind darauf abgebildet.

Viele Ampeln in Deutschland geben akustische Signale von sich, damit auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung wissen, wann sie sicher die Straße queren können. Weniger bekannt ist allerdings, dass die akustischen Signale erst bei Bedarf aktiviert werden. Nur wie sollen die Blinden den Knopf dafür eigentlich finden? Ganz einfach - das steht auf einem großen Hinweisschild!

Gut bedienbar: Ein kanadisches Feuerwehrauto

Bei einem Gartenschlauch ist es einfach den Wasserdruck zu regeln: man dreht den Wasserhahn auf oder zu. Bei einem Feuerwehrauto scheint das nicht so einfach zu sein. Mehrere Druckanzeigen und Dutzende Regler werden hier benötigt. Doch auch wenn der Laie hier überfordert ist, das Design ist nicht so schlecht, wie man es auf den ersten Blick vermuten möchte.

Aus Kanada stammt dieses Foto von einem historischen Feuerwehrauto. Absurd viele Knöpfe und Drehregler werden zur Regelung des Wasserdrucks benötigt. Doch ist das wirklich ein Beispiel für schlechte Usability?

Wahlmöglichkeit: Ein Automat, der weiß was man will

Diese Einschränkung äußert sich so, dass Besucher tagsüber nur Tageskarten und abends ab 19 Uhr nur noch Abendkarten (jeweils Einzel- oder Zehnerkarten) kaufen können. Während das bei Einzelkarten noch nicht so tragisch ist, da man diese in den meisten Fällen vermutlich sofort benutzt, ist es bei 10er-Karten, deren Verbrauch man meist längerfristig plant, aber ärgerlich und verkompliziert den Kartenkauf unnötig.

Der Verkaufsautomat im örtlichen Schwimmbad hat scheinbar eine eingebaute Kristallkugel - er meint zu wissen welche Eintrittskarten ein Besucher kaufen möchte. Und dabei ist er sich so sicher, dass er eine andere Auswahl auch gar nicht mehr zulässt.

Affordance: Papierstau im Geldautomat

Hinweisschilder an öffentlichen Orten sind eine spannende Reise in die Vergangenheit. Sie weisen uns daraufhin, dass an dieser Stelle ein Problem aufgetreten ist. Ein schwerwiegendes Problem, auf das man reagieren musste.

Ein Geldautomat bietet in Hüfthöhe eine praktische Ablage für Taschen und Rucksäcke. Aber gleich drei Hinweistafeln teilen dem Kunden mit, er dürfe keine Taschen oder Rucksäcke auf der Ablage deponieren. Denn das Geldausgabefach ist ungünstig hinter der Ablage platziert, es droht ein fataler Geldstau.