Bei diesem Buch passt das Wort “Leseempfehlung” eigentlich nicht ganz: “The Sketchnote Handbook” ist eher eine tolle Mischung aus Bilderbuch, Notizsammlung und Leitfaden zum Verfassen bildhafter Notizen. Mike Rohde führt den Leser sanft an das Thema heran und weckt die Lust selbst zu zeichnen.

Vielleicht fragt sich jetzt an dieser Stelle der ein oder andere Leser was ein Buch über “Visual Note Taking” eigentlich mit Usability oder UX zu tun hat. Nun ja, ich gebe zu die Verbindung ist vielleicht nicht sofort offensichtlich. Doch gerade im UX-Bereich werden wir mit einer Vielzahl von Ideen in Meetings und Präsentationen konfrontiert. “The Sketchnote Handbook” erklärt auf einfache und motivierende Weise wie man diese Ideen nicht nur textuell sondern mit zusätzlichen Zeichnungen festhält.

Cover von The Sketchnote Handbook von Mike Rohde

The Sketchnote Handbook - The Illustrated Guide to Visual Notetaking

Diese Notiz-Kombination aus Text und Grafiken führt dazu, dass wir uns Gedanken besser merken können. Unser Gehirn wird beim Erstellen von Sketchnotes nämlich sowohl sprachlich als auch visuell gefordert. Noch dazu verleihen kleine Zeichnungen den eigenen Notizen eine persönliche Note und lassen einen selbst schmunzeln, wenn man sie nach einiger Zeit wieder durchschaut.

Neben diesen Grundlagen zu Sketchnotes ist eine der wichtigsten Nachrichten im Buch jedoch: jeder kann zeichnen! Als Kind hat jeder von uns sehr viel gemalt – die einen haben damit im Laufe der Zeit aufgehört und die anderen haben weitergemacht und zeichnen heute richtig gut. Aber ganz egal wie gut man zeichnen kann, es kommt bei Sketchnotes nur darauf an die eigenen Gedanken zu einem Thema festzuhalten. Ob die Zeichnung einer Gruppe von Menschen fotorealistisch aussieht oder aus Strichmännchen besteht ist dabei völlig egal.

Mein Fazit: Mich hat das Buch extrem motiviert häufiger Dinge zu skizzieren und grafisch festzuhalten. Und beim Lesen und Stöbern im Buch hatte ich auch noch ziemlich viel Spaß, nicht zuletzt wegen der tollen Qualität des Drucks. Übrigens: Allen weniger talentierten Zeichner (wie mir) gibt Mike Rohde am Ende des Buchs jede Menge wertvolle Tipps und Übungen zum Zeichnen mit auf den Weg. Und die helfen dann natürlich auch beim Skizzieren von Entwürfen und Prototypen neuer Interfaces – womit sich der Kreis zur User Experience schließt.

Das Buch kann man auf Amazon kaufen.